Discounter

Luxus für alle

Zu Ostern gab es wieder die Luxusartikel bei Lidl und Aldi. Schick und schlicht aufgemacht: z. B. 250 g Taglioline al Barolo, rote Nudeln mit Barolo-Rotwein, schwarz-weißes Design für günstige 2,29 Euro. Jetzt also wieder mal Luxus für alle beim Discounter. Da gönnt man sich ja sonst nichts und gönnt sich dann das Wildlachs-Filet von Lidl (700g für 4,99 Euro).

Was logisch ein unauflösbarer Widerspruch ist, wird im Marketing gelebt (das kommt übrigens öfter vor z. B. auch in der Politik: Die Linke: Reichtum für alle). Luxus bezeichnet „Verhaltensweisen, Aufwendungen oder Ausstattungen, welche über das übliche Maß (den üblichen Standard) hinausgehen bzw. über das in einer Gesellschaft als notwendig und – zum Teil auch – für sinnvoll erachtete Maß. Luxus fasst damit Phänomene zusammen, die für einen großen Teil der Bezugsgruppe zwar erstrebenswert sind, aber nicht erreichbar“ – soviel von Wikipedia dazu. Wenn also Aldi und Lidl ein Gut verkaufen ist es kein Luxus mehr. Warum funktioniert es trotzdem? Ein Hebel ist die zeitliche Befristung zu plausiblen Anlässen wie Weihnachten und Ostern. Der andere die Differenzierung im Design. Und so wird das Nicht-Luxus-Gut als Luxus erlebt.

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