Achtsamkeit und Marketing

Was hat Achtsamkeit mit Marketing zu tun? Auf den ersten Blick nichts. Marketing gilt als laut und bunt, vor allem dann, wenn es mit Werbung verwechselt wird. Die Szene selbst tut einiges, um diesen Eindruck aufrecht zu erhalten. Achtsamkeit gehört eher in die religiöse oder bestenfalls psychologische Sphäre, oder?

Mit Achtsamkeit meint Thich Nhat Han ein „im Moment sein“ und auch ein Innehalten (siehe auch „Wunder der Achtsamkeit“ von Thich Nhat Han). Auf diese Weise kann jeder auch in der Hektik des Alltags immer wieder zur Ruhe kommen. Dann nehmen wir unsere Bedürfnisse und Intuition klarer wahr. Der eine oder andere Leser wird jetzt denken „Herrje, jetzt wird’s aber ein bisschen viel“. Eigentlich ist es ganz einfach: Es geht darum mitbekommen was gerade ist und wer gerade was braucht. Erst wer etwas mitbekommt, kann es analytisch verarbeiten und dann angemessen handeln.

Achtsamkeit ist wesentlich für die Entwicklung von Strategie und Konzeption

Achtsamkeit braucht es immer im täglichen Leben: im Umgang mit Freunden, der Familie, sich selbst. Besonders braucht es sie im Marketing in der oft komplexen Strategie- und Konzeptionsphase. Hier geht es ja darum: Für wen soll was gemacht werden? Unter welchen Rahmenbedingungen? Mit welchem Ziel, also was soll erreicht werden? Mit welchen Beteiligten? Welche Chancen gibt es? Welche Risiken? Um welche Zielgruppen geht es? Wie werden sie erreicht? Was soll kommuniziert werden? Was sind Kernelemente des Produktes oder der Dienstleistung? Was kostet es? Wie kommt das Produkt zum Kunden?…

Ganz konkret brauche ich die Achtsamkeit beispielsweise in Strategieworkshops. In diesen Workshops arbeite ich in der Regel mit sehr verschieden Menschen, die jeweils sehr unterschiedliche Interessen haben. Sie wollen alle angemessen wahrgenommen und eingebunden werden. Es fließen zahlreiche Informationen, die organisiert und strukturiert werden sollen. Um diese Arbeit gut machen zu können braucht es eben nicht nur analytische Fähigkeiten (die natürlich auch). Es braucht ein Im-Moment-Sein, um komplexe Situationen zu erfassen und das Richtige tun zu können.

Achtsamkeit schulen

Wie schule ich meine Achtsamkeit? Im Alltag versuche ich immer wieder inne zuhalten, kurze Momente mich nur auf eine Sache, die ich gerade tue zu konzentrieren, z. B. die Kaffeetasse halten, merken wie gut der Kaffee duftet und wie wohltuend die Sonne gerade wärmt. Sport tut ebenfalls gut. Gerade eben habe ich 1000 Meter im Gütersloher Nordbad zurückgelegt – eine sehr schöne Gelegenheit einfach nur in Bewegung zu sein, die Muskeln arbeiten zu lassen.

Und was passiert beispielsweise wenn ich es nicht schaffe meine Achtsamkeit aufrecht zu erhalten wie neulich bei einem Workshop?: Ich schließe die Runde nach vier Kurzpräsentationen obwohl es fünf Teilnehmer waren. Glücklicherweise ist es mir unmittelbar aufgefallen. Insgesamt war das Feedback der Teilnehmer (auch dieses Teilnehmers) trotzdem sehr gut, aber es tat mir leid, diesem Menschen in diesem Moment nicht den angemessen Raum eingeräumt zu haben.

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