Authentisches Marketing für Bio

Ein Kunde aus der Bio-Branche hat mich zu einem Verbandstreffen eingeladen. Da bin ich gerne mitgefahren, denn ich mag die Branche, kaufe selbst überwiegend bio (aus ganz vielen Gründen) und auf solchen Treffen lernt man immer noch etwas dazu über seine Zielgruppe.

Mit diesem Kunden habe ich schon eine richtige gemeinsame Vergangenheit: Wir haben in den letzten drei Jahren unter anderem durch Profilbildung, Strategieentwicklung und daraus abgeleitete, gezielte Maßnahmen die Kundenanzahl mehr als verdreifacht. Jetzt sind wir dabei das Wachstum zu verdauen und kümmern uns mehr um das Thema Kundenbindung.

Professionalisierung der Bio-Branche

Bei dem Treffen war ich vor allem beeindruckt wie sich die Bio-Branche insgesamt inzwischen professionalisiert hat. Man beschäftigt sich mit dem Thema Markenbildung, besucht ganz selbstverständlich Führungsseminare (vor noch 10 Jahren war das Wort Führung in der Branche tabu und ist es in manchen Bio-Unternehmen heute noch) jongliert hochprofessionell mit Kennzahlen und Marketing ist selbst für kleinere und mittlere Betriebe kein Schimpfwort mehr.

Die meisten betrachten Marketing heute als neutrales Instrument, das man auf diese oder jene Weise einsetzen kann. Professionell genutzt kann es Glaubwürdigkeit stärken und Vertrauen schaffen – das haben alle verstanden. Ganz selbstverständlich werden gezielt Neukundenkampagnen aufgesetzt und Kundenbindungsprogramme geplant und implementiert „Wunderbar!“, denke ich „das ist die Grundlage für den weiteren Erfolg von Bio in unserer Gesellschaft“.

Besondere Herausforderungen des Marketings für Bio

Und trotzdem gibt es besondere Herausforderungen für das Marketing von Unternehmen der Bio-Branche. Ja, das Thema Glaubwürdigkeit ist hier besonders wichtig, doch das würden viele andere Branchen auch für sich in Anspruch nehmen. Aus meiner Sicht ist Authentizität für die Bio-Unternehmen ein besonders wichtiger Aspekt. Damit sind die folgenden Fragen verbunden: Wie kann ein Bio-Unternehmen, vielleicht sogar ein Bauernhof, professionelles Marketing betreiben und dabei authentisch bleiben? Wie kann ein mittleres oder kleineres Bio-Unternehmen mit seinem Außenauftritt neben den hochprofessionellen Hochglanzbildern großer Konzerne bestehen – also professionell wirken – ohne sich deren Standards zu sehr anzupassen, was aus meiner Sicht nicht gewünscht ist und oft aus finanziellen Gründen gar nicht möglich. Für mich hat das viel mit authentischer Sprache (also beispielsweise keine platten Slogans) und mit geeigneter Bildsprache zu tun (also keine zu glatten Bilder). Dazu gehört ein Gespür für die Zielgruppen (das ist immer so) aber auch und besonders für die Menschen, die in dieser Branche arbeiten. Wenn diese sich nicht mit ihrem eigenen Außenauftritt identifizieren können, dann wächst nichts.

Ein Kommentar von Authentisches Marketing für Bio

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