Webseiten und Co: Wie sich Arbeitgeber des Kreises Gütersloh im Internet präsentieren – eine kleine Untersuchung

Eine wichtige Kontaktfläche bei der Personalakquise ist das Internet. Der potenzielle Mitarbeiter recherchiert nach dem ersten persönlichen Kontakt mit dem Unternehmen – zum Beispiel auf einer Messe – im Internet den potenziellen Arbeitgeber. Vielleicht will er auch mehr wissen, weil ein Freund begeistert von seinem Arbeitgeber erzählt hat. Oder er wird überhaupt erst im Internet auf das Unternehmen aufmerksam.  Bull Marketing hat stichprobenartig untersucht, wie einige mittelständische Unternehmen im Kreis Gütersloh sich im Internet als Arbeitgeber positionieren.

Unternehmen im Kreis Gütersloh nutzen Webseiten für die Präsentation als Arbeitgeber professionell bis gar nicht

Das Ergebnis: Die Bandbreite ist groß. Sie reicht von recht umfänglich bis gar nicht. Venjakob Maschinenbau in Rheda-Wiedenbrück ist dabei beispielsweise eher fortschrittlich: Es gibt einen Film in dem der junge Geschäftsführer die Ingenieurin als potenzielle Mitarbeiterin durch das Unternehmen führt. (Botschaft: „Hier wirst du gesehen!“) Eine kurze aussagekräftige Unternehmenszusammenfassung leitet die Seite ein. Es gibt aktuelle Nachrichten zum Thema Karriere bei Venjakob (Botschaft: „Achtung hier passiert was!“) und Informationen zum Engagement in Schulen (Botschaft: „Wir tun was! Wir setzen uns ein“). Das Bildmaterial der Webseite kommt aus dem Unternehmen und ist deshalb glaubwürdig. Insgesamt ist der Eindruck aktiv, international, jung, beweglich – und persönlich. Schön wäre, wenn zusätzlich noch mehr über das Thema Chancen und Möglichkeiten im Unternehmen erzählt würde. Das Stichwort persönliche Entwicklung fällt zwar, Konkretisierungen dazu habe ich nicht gefunden. Für meinen Geschmack darf das Stichwort Karriere gerne auf der obersten Ebene der Navigation auftauchen. Das hebt die Bedeutung noch einmal hervor. Eine schöne Abrundung der Seite wären Statements von Mitarbeitern, die im Unternehmen arbeiten. Das macht z. B. Storck in Werther sehr gut. Besonders gelungen finde ich das Statement einer Mitarbeiterin: „For every difficulty, there is a small token of appreciation….“ – da wird es emotional ohne pathetisch zu sein. Die Webseite von Storck zum Thema Personal ist ebenfalls sehr umfangreich aufgestellt. Die Bilder zeigen echte Mitarbeiter und der Navigationspunkt „Karriere“ erscheint auf der ersten Navigationsebene. Der Eigentümer wird zwar mehrfach erwähnt, sagt aber an keiner Stelle des Karriereteils der Webseite selbst, was sein Unternehmen wirklich ausmacht und was ihm wichtig ist. Ansprechpartner unterschiedlicher Bereiche im Personalwesen werden zwar benannt, aber jeweils ohne Foto. Das ist sicherlich auch ein Grund, warum diese Seite unpersönlicher bleibt. Nun ist der Größenunterschied der beiden Unternehmen sehr deutlich (300 Mitarbeiter hier und 5.000 Mitarbeiter dort) und insofern hinkt der Vergleich, doch beide Unternehmen argumentieren mit dem Stichwort familiengeführt. Es wird ganz offensichtlich unterschiedlich interpretiert und gelebt. Ein Unternehmen der Möbelindustrie im Kreis ähnlich groß wie Venjakob hat im Gegensatz dazu gar keine Informationen zum Thema Personal auf der eigenen Internetseite, keine offenen Stellen und keine Informationen zum Thema Ausbildung.

Internet bietet mehr Kontaktflächen als die eigene Webseite

Was die meisten Unternehmen vergessen: Die Präsentation als Arbeitgeber im Internet hört nicht bei der eigenen Internetseite auf. Vorbildlich ist beispielsweise die Facebook-Seite von Jung Pumpen: Regelmäßig gepflegt mit Fotos, gemischte teilweise humorvolle Meldungen. Die Bilder sind immer authentisch. Der Karriereteil der Webseite von Jung Pumpen hingegen beschränkt sich auf Stellenangebote ohne zusätzliche Argumente für den Arbeitgeber Jung Pumpen, ist eher nüchtern und der Verweis auf die Facebook-Seite ist zu dezent. Meine Vermutung: Facebookseite und Webseite werden von unterschiedlichen Personen gemanaged. Und es werden unterschiedliche Botschaften transportiert. Sowohl Jung Pumpen als auch Venjakob sind auf XING mit einer Unternehmensseite präsent. Von Stock habe ich keine Unternehmensseite bei XING gefunden.

In Social Media wird ein Unternehmen auch präsentiert – gewünscht oder ungewünscht

Nicht zu vergessen und nicht zu unterschätzen ist die Bewertungsseite kununu.com. Hier könnte der Arbeitgeber Jung Pumpen besser abschneiden. Bei Storck fällt auf, dass die Bewertungen entweder im wirklich sehr guten Bereich zwischen 4 und 5 liegen oder im unterdurchschnittlichen Bereich zwischen 1 und 2 – offensichtlich hängt das Erleben davon ab, in welcher Abteilung des Unternehmens man arbeitet.

Damit komme ich zum zentralen Punkt. Bereits im Internet gibt es viele Stellen, an welchen Unternehmen als Arbeitgeber wahrgenommen werden: gewünscht oder ungewünscht gezielt oder wahllos. Ein Bild entsteht immer, bei jedem Kontakt via Internet oder im echten Leben – beispielsweise auf einer Hochschulmesse oder im Bewerbungsgespräch. Wie gelingt es systematisch ein einheitliches Bild im gewünschten Sinne des Unternehmens zu erzeugen – also ein über alle Medien und Kontaktpunkte hinweg gleiches Portait? Das geht am besten und effektivsten mit einem Plan. Der Plan heißt Employer Branding. Employer Branding sorgt dafür, dass das Bild des Unternehmens sich von der Konkurrenz unterscheidet und stimmig bleibt – vom ersten Kontakt über die Informationen im Netz bis hin zum konkreten Erleben, wenn der Bewerber als Mitarbeiter im Unternehmen startet. Employer Branding macht operativ viele Entscheidungen leichter wie z. B. welche Inhalte wie auf die Webseite gehören. Gelungenes Employer Branding sorgt dafür, dass das Unternehmen von passenden Bewerbern wahrgenommen wird, diese als Mitarbeiter gewonnen werden können und sie auch langfristig bleiben.

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